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Forschungsprojekt „inDAgo“ gestartet

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Das vom Bundesministerium für Bildung und Forschung geförderte Projekt soll Senioren die Alltags- und Freizeitmobilität erleichtern. Gemeinsam mit der Technischen Universität Darmstadt, dem Fraunhofer-Institut für Graphische Datenverarbeitung, der HEAG mobilo GmbH, der User Interface Design GmbH und der Wissenschaftsstadt Darmstadt Marketing GmbH entwickelt die tim GmbH den Prototypen eines Endgeräts, das Seniorinnen und Senioren das Mobilsein in der Stadt erleichtert.

 Immer mehr Menschen sind auch im höheren Alter mobil. Wie sie bei ihren Wegen unterstützt werden können, um ihnen den Alltag zu erleichtern, wird im Rahmen des Forschungsprojekts inDAgo untersucht. Schon heute wissen viele Senioren Internet, Smartphones und Social Media-Foren für eigene Zwecke zu nutzen. Der Ansatz von inDAgo ist es, die verschiedenen Techniken und Funktionen intelligent miteinander zu verknüpfen, um Berührungsängste abzubauen und älteren Menschen einfach und schnell einen Service zur Verfügung zu stellen, der sie bei ihren Alltags- und Freizeitwegen unterstützt.

indago-partnerHierzu erklärt Oberbürgermeister Jochen Partsch: „Das Thema ‚Mobilität im Alter‘ wird schon allein aus Gründen der Demografie immer wichtiger. Älteren Menschen möglichst lange eine eigenständige Teilhabe am gesellschaftlichen Leben zu ermöglichen, ist eine wichtige gesellschaftliche Aufgabe und ein strategisches Ziel unserer Stadtpolitik. Deshalb ist es ein gutes und zukunftsweisendes Zeichen, dass die Wissenschaftsstadt Darmstadt zusammen mit zwei städtischen Töchtern und führenden wissenschaftlichen Einrichtungen daran mit einem Forschungsprojekt teilnehmen wird. Drei Jahre lang werden Darmstädter Institutionen gemeinsam forschen und ein Endgerät entwickeln, das Seniorinnen und Senioren das Mobilsein in der Stadt erleichtert – und das mit finanzieller Förderung des Bundes“. Das Projekt gebe der Stadt und den älteren Menschen wichtige Impulse, so der Oberbürgermeister.

Unterstützung bei verschiedenen Wegen

„Unser Ziel bei inDAgo ist es, Senioren oder mobilitätseingeschränkten Personen eine nutzerbezogene, technische Hilfe zur Seite zu stellen, um sie ihren individuellen Bedürfnissen entsprechend von Ort zu Ort zu leiten. Wir helfen ihnen damit, im Alter mobil zu bleiben und weiter am gesellschaftlichen Leben teilhaben zu können“, erklärt Dirk Kornelius von HEAG mobilo, Projektleiter von inDAgo.

Im Mittelpunkt des Forschungsvorhabens steht dabei die lückenlose Unterstützung bei den verschiedenen Wegen – sei es von zu Hause zum Arzt, zum Einkaufszentrum, zu den Kindern und Enkeln oder zu Kulturveranstaltungen bis hin zu Ausflügen in andere Städte.
Um diese Mobilitätshilfe zu realisieren, wollen die inDAgo-Projektpartner verschiedene vorhandene Systeme wie GPS und Leitsysteme des ÖPNV miteinander verknüpfen. Wichtiges Instrument von inDAgo ist ein personalisiertes, mobiles Multifunktionsgerät – der inDAgo-Assistent. Wie ein Handy können die Nutzer das Gerät mit sich führen und damit bequem auf verschiedene Datenquellen, Informations- und Navigationsdienste zugreifen.
Nutzer finden damit aktuelle Hinweise zu Veranstaltungen und Freizeitmöglichkeiten in ihrer Stadt und werden auf Wunsch – angepasst an ihre persönlichen Bedürfnisse – auch dorthin geführt.
 
Vernetzung mit Hilfe des inDAgo-Assistenten

Kornelius skizziert ein praktisches Beispiel: „Möchte beispielsweise ein älterer Herr, der Schwierigkeiten mit dem Gehen hat, einen Arzttermin wahrnehmen und dabei Busse und Bahnen nutzen, schlägt ihm der Assistent eine für seine Bedürfnisse geeignete Route und Zeitplanung vor.“ Neben den Informationen und Navigationshilfen unterstützt der inDAgo-Assistent darüber hinaus die Kontaktaufnahme zu anderen Nutzern. So können sich Senioren mit gleichen Interessen und Bedürfnissen vernetzen und beispielsweise gemeinsam eine Ausstellung besuchen. In heiklen Situationen – wenn jemand etwa auf dem Weg zu einem Zielort die Orientierung im Straßenverkehr verloren hat – kann er über den Assistenten eine Vertrauensperson oder ein Call-Center kontaktieren und Hilfe anfordern.

Außerdem sieht inDAgo bei Bedarf die Bildung von "ad-hoc Netzwerken" mit vertrauenswürdigen Personen vor. Dabei wird dem Hilfesuchenden auf Knopfdruck eine Liste aller zertifizierten Personen angezeigt, die sich gerade in der Nähe befinden, und eine Kontaktaufnahme eingeleitet.

Die inDAgo-Partner

An inDAgo sind insgesamt sechs Partner aus dem Raum Darmstadt, Dieburg und Ludwigsburg aktiv beteiligt. Zwei weitere haben sich dem Projekt unterstützend angeschlossen. Insgesamt ist das Forschungsvorhaben auf drei Jahre angelegt. Das Gesamtbudget beläuft sich auf rund 3,4 Millionen Euro. Davon stammen etwa 2,1 Millionen aus Fördermitteln des Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF). 

  • HEAG mobilo GmbH, Darmstadt (Projektkoordination)
  • Technische Universität Darmstadt Fachgebiet Multimedia Kommunikation, Darmstadt
  • User Interface Design GmbH, Ludwigsburg
  • Fraunhofer-Institut für Graphische Datenverarbeitung IGD, Darmstadt
  • Wissenschaftsstadt Darmstadt Marketing GmbH, Darmstadt
  • traffic information and management GmbH, Dieburg

Assoziierte Partner

  • DB Station und Service AG, Darmstadt
  • Seniorenrat Darmstadt


Ambient Assisted Living (AAL)

In naher Zukunft werden uns intelligente Umgebungen das Leben erleichtern. Sie passen sich selbstständig den Bedürfnissen und Zielen der Nutzer an, um sie im täglichen Leben zu unterstützen. Mit intuitiven Handbewegungen schalten wir dann zum Beispiel den Fernseher ein und aus. Solche intelligenten Umgebungen bezeichnet man als Ambient Assisted Living (AAL). Angesichts des demografischen Wandels und einer immer älter werdenden Gesellschaft gewinnen sie zunehmend an Bedeutung. inDAgo folgt diesem Ansatz.